Happy Place

Nichts hilft mir nach einem langem Arbeitstag mehr den Kopf freizubekommen, als meinem Glashaus einen kurzen Besuch abzustatten. Vögeln scheint mein Glashaus angesichts der großen Fensterflächen jedoch eher Kopfschmerzen zu bereiten. Die eine oder andere Kohlmeise hat meinem „Happy Place“ schon eine Gehirnerschütterung zu verdanken und für eine Amsel wurde es leider auch schon zur Todeszone. Da es – insbesondere bei den aktuellen Temperaturen – noch eine ganze Weile dauern wird, bis die Pflanzen im Glashaus groß genug sind, dass alle gefiederten Gartenbesucher einen Bogen darum machen, musste ich mir etwas einfallen lassen.

Die obligaten Fenstervögel scheinen nur eine sehr geringe abschreckende Wirkung zu haben. Die Kohlmeise, die auf dem Rahmen meines Glashauses saß, während ich die schwarzen Silhouetten anbrachte, warf mir zumindest einen vielsagenden „Das ist jetzt nicht dein Ernst“-Blick zu während ich versuchte, den Ort vogelsicherer zu machen. Die Meise wusste aber auch nicht, dass dies erst der Anfang meiner Bemühungen war. Ein Grundsatz der Permakultur ist, dass jedes Element eines Designs möglichst viele Funktionen erfüllen soll. Somit war der nächste Schritt, dass ich den Schriftzug

  • Live every moment,
  • Laugh every day,
  • Love beyond words.

aufgebracht habe. Warum?

  1. Damit auch die Tiefflieger erkennen, dass geradeaus nicht die beste Option ist.
  2. Weil Dr. Masaro Emoto durch seine Wasserkristallfotographien zeigte, dass insbesondere das Wort „Liebe“ – ganz gleich in welcher Sprache – einen positiven Effekt auf die Wasserstruktur hat. Da Pflanzen zu einem Großteil aus Wasser bestehen und ich auch immer ein paar Kannen Gießwasser bereit stehen habe, kann dies zumindest nicht grundlegend verkehrt sein.
  3. Außerdem verstärkt das Mantra den Erdungscharakter, den das Glashaus für mich besitzt und erinnert mich daran, worauf es im Leben wirklich ankommt.
  4. Und der vermutlich wichtigste Grund: Es befriedigt mein tiefsitzendes Bedürfnis nach ein bisschen Kitsch im Leben.

Live, Laugh, Love

Da meine zwei kleinen Töchter Pickerl nach gebratenem Speck, Tinkerbell und Einhörnern für so ziemlich das Beste auf der ganzen Welt halten, hab ich dann auch noch dafür Sorge getragen, dass sich die zwei Künstler auch noch eine Runde austoben konnten. – Ideales Schlechtwetterprogramm, positiver Energieverstärker und alles in allem furchtbar aufregend. (Meine 2-jährige ist schon eingeschlafen, während ich das hier schreibe.) Alle Klebeelemente, die zu groß für das Glashaus waren wanderten sehr zur Freude der beiden Prinzessinnen auf die Wand über ihrem Stockbett.

Vermutlich gibt es nicht viele Menschen, die das Bedürfnis verspüren ihr Glashaus auf diese Weise zu verschönern. Glashäuser sind anscheinend entweder nur funktional oder frönen dem englischen Gartenstil. Ich finde auf jeden Fall, dass sich die investierte Zeit in jeglicher Hinsicht gelohnt hat. Selbst mein ganz und gar nicht Kitschbegeisterter Mann konnte nicht anders als zu lächeln, als er unser Gesamtkunstwerk begutachtete. Vielleicht finde ich auch noch Platz für ein paar Feng-Shui-Glaskristalle 😉 …

 

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